Waschmaschine gegen Gitarre…

Meine Artur Lang

Ein Freund rief an und fragte, ob ich denn (noch) eine alte Gitarre haben wolle… Ich war froh, selber ans Hörrohr gegangen zu sein, denn meine Holde hätte ihn wohl mit Sätzen wie: Davon hat er schon genug… oder: Wo soll er die denn noch hinstellen… abgewimmelt, und die (olle) Gitarre wäre in der Müllverbrennungsanlage gelandet, ein Wurst/Käse Szenario (worst case Szenario…). Ich war also mit der Annahme des Telefonates in einer Zwickmühle: Entweder eine neue Gitarre (Nr.14/15/16 oder so) ins Haus holen, meine Frau gegen mich und meinen Gitarren-Harem aufbringen oder aber meinen lieben Freund ‚enttäuschen‘ der es nur ‚gut‘ mit mir gemeint hatte…

Einen Haken hatte die Sache allerdings: Besagte Klampfe stammte aus dem Nachlass einer ‚älterenDame‘, die ihrer jungen Haushaltshilfe ihren Hausstand hinterlassen hatte, mehr zur posthumen Entsorgung, als dass es ein ‚Erbe‘ gewesen wäre…

Selbige junge Raumpflegerin hoffte, mit dem ganzen Trödel wenigstens so viel zu erwirtschaften, dass dabei eine einfache Waschmaschine, die sie dringend brauchte, herausspringen würden. Und während mein Freund so erzählte, hatte ich Bilder einer geschundenen Wandergitarre, die im Nieselregen, in der Nähe eines Lagerfeuers, in der Sonnenglut oder bei Frost, zu ‚Wenn wir erklimmen schwindelnde Höhen…‘ geschrummt worden war, und die nun gegen eine blitz-blanke Waschmaschine eingetauscht werden sollte…

Und genau das war’s, was mir mein Freund eigentlich sagen wollte: Nimm die Klampfe, unbesehen, egal, was das für ein Drahtverhau sein mag, nagle sie notfalls im Partykeller als Deko an die Wand, aber spendiere der jungen Dame eine vernünftige Waschmaschine… Nun hatte ich also zwei (oder drei?) Probleme: Meine Frau im Nacken und die andere, junge Frau vor der Brust… (und die alte Dame mit ihrer sehr wahrscheinlich verhunzten Wanderklampfe vor meinem inneren Auge…) Es galt nun also, meiner lieben Frau (und mir…) argumentativ die edle Tat schmackhaft zu machen:

Symbolische, olle Klampfe gegen dringend benötigte Waschmaschine für junge Frau in sozialer Schieflage… Nein-sagen ging also nicht, wie sollte ich je wieder in den Spiegel schauen können?! Nach kurzer Waschmaschinen-Preis-Recherche mit temporärer Schnappatmung, hab ich dann aber mutig und aus vollster sozialer Überzeugung zum mittleren Preissegment gegriffen und das Geld vom Konto geholt. So ausgestattet habe ich eines Abends bei obigem Freund besagtes Geld treuhänderisch gegen einen Gitarrenkoffer samt Inhalt getauscht und über einem guten Single Malt, einem weiteren Single Malt (oder waren’s noch zwei?) vergessen, überhaupt einen Blick auf das ‚Ding‘ zu werfen. Vielleicht wollte ich mir aber auch nicht die Blöße geben, ein neues Weißgerät gegen ein altes Sch…-Gerät eingetauscht zu haben, gute Tat hin, gute Tat her… man weiß ja nie! Oder?

Am nächsten Tag fand ich im dem buckeligen Koffer eine Schlaggitarre mit Tonabnehmer, zwei ordentlich aufgewickelte Diodenkabelchen und einen NOS-Satz geschliffener Saiten. Was da vor mir lag, hat mich nicht vom Hocker gerissen, denn mit dem Logo zwischen den Mechaniken, die irgendwie nach Wandergitarre (aaah, die befürchtete Wanderklampfe…) aussahen, konnte ich nix anfangen. Aber bei genauerem Hinschauen sah die Gitarre aus wie neu; recht schöner Körper, ansprechende Proportionen, blond, schlanker Hals… (ähm, ich schweife gerade ab) Ergo: Was’n das? Als ich sie dann aus ihrem Koffer nahm, in dem sie wohl seit Jahrzehnten unangetastet gelegen hatte, klang sie sofort, allein durch die Berührung…

Ich mach’s kurz: Mit den Uraltsaiten war sie nach kurzem Stimmen spielbar, auf dem ganzen Griffbrett, in allen Lagen, ausnahmslos präsent, glockenklar, ohne aufdringlich oder zu laut oder zu leise zu sein. Der schwebende Pickup lieferte mit meinem alten Dynacord-Jazz Röhren-Amp einen fantastischen Sound. Zusammen sind die Oldies so ziemlich 120 Jahre alt…

Die spärlichen Hinweise, die ich damals bei der Recherche mit den Suchworten „Kopfplatte mit Notenschlüssel und den Buchstaben L und A“ fand, halfen mir nicht wirklich weiter, von Artur Lang hatte ich bis dato noch nie etwas gehört.

Mittlerweile scheint sich Dank der erstklassigen ‚Aufklärungsarbeit‘ nicht zuletzt dieser Homepage, der Name Artur Lang (wieder) etabliert zu haben, und wenn mir jemand anerkennend zunickt, dann wohl weniger wegen meiner Spieltechnik, als vielmehr dieser herrlichen Gitarre wegen…

Fast 10 Jahren hab ich sie jetzt, und sie ist die unerreichte Queen meines Gitarren-Harems. Je mehr ich über sie weiß, desto mehr wächst sie mir ans Herz- und wie gut das Schätzchen für ihr Alter noch aussieht, ist sowieso unglaublich… (ich schweife schon wieder ab! 😉

Meine besten Wünsche und Grüße an alle, die ihre Artur Lang schätzen und lieben! Und meine höchste Wertschätzung und herzlichsten Dank an Dich, Herbert Rittinger, für deine tolle Arbeit, die du machst!

Liebe Grüße von’ne Küste

Klaus G. Otto

 

 

KAPITEL 6 GITARREN MIT LANG – DNA

KAPITEL 6 GITARREN MIT LANG – DNA 02.12.2020

LANG-GITARREN MIT FREMDKOMPONENTEN

SDL – Hals nicht original

SUP – Hals nicht original

Bei dieser LANG-SUPER wurde der originale Hals durch eine Klassik-Komponente vom Gitarrenbauer Edgar Mönch ersetzt.

Edgar Mönch, geboren am 29. Oktober 1907 in Leipzig, war ein deutscher Gitarrenbauer aus München, der im Jahre 1965 nach Toronto auswanderte. Seine Gitarren wurden u.a. von John Williams, Jorge Morel und Julian Bream gespielt.

TLL – Griffbrett nicht original

Auch bei dieser Gitarre war offensichtlich ein Spieler aus dem Klassikbereich der Urheber für diese, vom Original abweichende Modifikation. Das flache Griffbrett ohne Einlagen bestärkt diese Vermutung.

STD – Hals nicht original

Die Geschichte dieser modifizierten LANG-Standard:

Eines Tages wurde mir eine LANG-SDL aus Österreich angeboten. Ich zögerte nicht lange und kaufte sie.

Der Besitzer, ein Pensionär, machte mir das Angebot, das Instrument persönlich bei mir abzuliefern.

Bei seinem Besuch stellte sich heraus, dass er Artur Lang persönlich kannte und über die Jahre schon mehrere Instrumente von diesem erworben hatte. Ganz nebenbei erzählte er mir, dass er noch einen Korpus einer LANG, ohne Hals, besitze. Dies sei seine erste Gitarre vom großen Meister gewesen wie er sagte.

Weil er es aber gewohnt war auf klassischen Gitarren zu spielen, bereitete ihm der schmale Hals und das gewölbte Griffbrett Probleme und so brachte er die Gitarre zu einem Instrumentenbauer in seiner Nähe und bat diesen einen Konzertgitarrenhals einzubauen. Das Original wurde beim Ausbau leider zerstört. Das Halslager im Korpus musste wegen der größeren Halsbreite einseitig erweitert werden.

Leider ist der neue Hals aber schon nach kurzer Zeit gebrochen und so blieb ein fast neuwertiger Korpus übrig, mit dem sein Besitzer nichts anzufangen wusste.

Kurze Zeit später gehörte der Torso mir und ich sah mich vor der Aufgabe, den Korpus wieder mit einem standesgemässen Hals zu vereinen.

Auf die einseitige Auffütterung des Halslagers habe ich aus optischen Gründen verzichtet. Dies hatte eine Neukonstruktion zur Folge, da ich die Maße nicht von einer meiner LANG’s direkt übernehmen konnte.

Dass dabei die etwas opulentere Ausführung, mit der die SUP-und SDL-Modellen bestückt sind herausgekommen ist, war nicht ganz unbeabsichtigt.


GITARREN MIT ORIGINALEN – LANG-KOMPONENTEN

GLASSL Gustav

HOPF mit Lang-Komponenten vom Modell KNL

ALOSA mit LANG-Komponenten

Dies ist ein sehr frühes Modell von ca. 1953. Da Artur Lang zu Beginn seines Schaffens auch einige Gitarren an ALOSA geliefert hat, könnte es durchaus sein, dass dieses Instrument aus dessen Werkstatt stammt. In diesem Falle würde es sich um das Modell KNS handeln. Leider reichen die Informationen aus dem vorliegenden Bildmaterial nicht aus, um diese Annahme sicher zu belegen.

ALOSA-Standard mit LANG-Hals


RAUSCHMAYR Erich

Modell GRANDESS 1

Verwendete LANG-Komponenten:

      1. Decke und Boden vom Modell KF
      2. Hals vom Tiefcut-Modell mit modifiziertem Halsfuß

Modell GRANDESS 2

Verwendete LANG-Komponenten:

      1. Decke und Boden vom Modell KN
      2. Hals vom Tiefcut-Modell mit modifiziertem Halsfuß

SANDNER Anton

Diese Gitarre im LANG-Stil fertigte Anton Sandner für AMC.

Decke und Boden stammen aus den Beständen des Geigenbauers Hollenbach.

Hollenbach hat, nach dem Tode von Artur Lang, in den Jahren 1978-80 versucht, Kopien von LANG-Gitarren zu bauen und zu verkaufen.

Die Decken und Böden hierfür wurden bei der Firma Fuchs, die vormals LANG belieferte, vorgefräst, unter Verwendung des Original-LANG-Kopiermodells. Adi Feil, zu dieser Zeit Geschäftsführer des Musikgeschäfts Hunklinger in Traunstein, sollte die Hollenbach-Lang-Kopien vertreiben. Das Vorhaben scheiterte, weil die Instrumente in Bezug auf Verarbeitung und Klang nicht dem Niveau des Originals entsprachen.

Nach dem Tode von Hollenbach erwarb die Firma AMC, 2008, die Restbestände der verbliebenen Decken und Böden und bot sie zum Verkauf an. http://www.rareguitarparts.com


SCHARPACH Theo

Vienna Sunset

Bilder: Vienna Quelle: Scharpach

Theo Scharpach übernahm 1985 den gesamten Bestand an Deckenhölzern aus Artur Langs Werkstatt.

Weitere Infos hier: https://www.scharpach.com/


SONSTIGE

Flattop aus Lang-Komponeten

Diese Flattop wurde 2014 in ebay angeboten. Sie besteht, außer Mechaniken, Steg und Tonabnehmer, aus originalen Rohkomponenten von LANG.

Allerdings ist das Baudatum nicht wie in der Beschreibung angegeben, Anfang der 70er Jahre, sondern Jahrzehnte später. Der Verkäufer, ein intimer Lang-Kenner, hat dieses Projekt selbst bei einem Gitarrenbauer durchführen lassen.

Es war nicht das erste Mal, dass dieser Verkäufer Fakes unter der Bezeichnung Original-LANG verkauft hat.


Thinline mit LANG-Hals

Der LANG-Hals könnte in einen FRAMUS-Atlantik-Korpus eingebaut sein.


Eigenprojekt HGL

HGL bedeutet: Zargenhöhe Halb – Korpus Gross – Luxus

Spezifikation

  • Korpusabmessungen (außer Zargenhöhe) wie Modell SUP
  • Decke und Boden von Hollenbach – gefräst bei Fuchs mit der Kopierschablone von LANG
  • Grössere geteilte Schalllöcher, wie bei Modell TP
  • Zargenhöhe 5,5cm
  • Einstreifiges Zargenbinding
  • Restaurierter Original-Hals
  • Halsbefestigung mittels Schraubanker
  • Originalgetreue Hardware

Nach bisherigem Kenntnisstand hat A. Lang nur ein grosses SEMI-Modell gebaut.

http://schlaggitarren.de/archtop/restauration-einer-lang-semi/

Die enorme akustische Klangfülle dieser Gitarre, gepaart mit optimalem Handling, waren die Beweggründe für den Bau des Modells HGL.


GITARREN IM LANG-STIL

BENEDETTO Robert

Making an Archtop

Bild: Benedetto Quelle: Elmar Kesenheimer

Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus Seite 25 des Buches „Making an Archtop Guitar“ von Robert Benedetto.

Die abgebildeten Löcher stammen vom SUP-Modell mit großem Korpus das erst 1955 eingeführt wurde.

Die Tiefcutaway-Modelle ab 1952 haben etwas grössere Schalllöcher.


D‘AQUISTO Jimmy

Solo / Teardrop / Montequisto


HOYER

3064 LANG

3065 LANG


NEUBAUER

Doppelcutaway

Tiefcutaway

Normalcutaway


RAUSCHMAYR Erich

Variante 1

Variante 2

Variante 3

Variante 4 / 4a

Variante 5


SEIFERT Heinz

Kopie D’Aquisto Solo

Bilder: Kopie D’Aquisto Solo Quelle: Lob


SANDNER Anton

Jumbo 19 Zoll

LANG-Stil 17 Zoll

Tiefcutaway

 


SONSTIGE

FRAMUS  Franz Hirsch möglich

Bild: Framus Quelle: Web


REIS Heinrich

Handschriftlicher Vermerk auf Bodeninnenseite: Heinrich Reis München 1976.

Ausführung und Verarbeitung entsprechen nicht dem LANG-Standard.


Unbekannt


OSTDEUTSCHLAND – DDR

GEWÖLBTES MODELL

Modell ohne Cutaway

Modell mit Cutaway

 

MIGMA – Dölling

Bilder vom Korpusinneren

Diese LANG-Kopie ist eine zahlreich verkaufte Gitarre aus der DDR in den 60er Jahren.

Vollmassive Hölzer, beste Verarbeitung, optimales Handling und hervorragende klangliche Eigenschaften kennzeichnen dieses Modell.

Hemosch, Meinel & Herold und Migma waren die bekanntesten Vertreiber, wobei Hemosch mit Abstand die meisten Modelle dieser Art verkauft hat.

Variationen gibt es bei Form und Dekor der Kopfplatte, dem Halsfußprofil, beim Griffbrett und der Hardware. Diese Unterschiede sind bedingt durch die individuellen Eigenheiten der Gitarrenbauer und die Wünsche der jeweiligen Vertreiber.

Die Korpusform außen und innen und der Halsrohling sind jedoch annähernd unverändert.

Alle Hälse sind geschraubt.

Auffallend ist, dass bis dato kein Modell dieser Art von Herrnsdorf in meiner Bildergalerie zu finden ist.

Interessant ist die Frage, wer die Komponenten für diese Gitarren hergestellt hat

In meiner Bildergalerie befanden sich, zum Zeitpunkt der Berichterstellung, 20 derartige Modelle.

Von Erich Dölling gibt es zwei mit dem MIGMA-Label. Drei weitere weisen das für Dölling typische Halsfußprofil auf, das lässt vermuten, dass auch noch andere Gitarrenbauer dieses Modell gebaut haben.

Ein Label ist nicht der Beweis dafür, dass alle Komponenten von der auf dem Etikett aufgeführten Person hergestellt wurden.

Gerade kleine Gitarrenmanufakturen haben oft Rohkomponenten von anderen Herstellern bezogen, konfektioniert und gelabelt.

Aufgrund der hohen Qualität und der typischen konstruktiven Merkmale besteht ein berechtigter Grund zur Annahme, dass die Hauptkomponneten Korpus und Hals aus der Werkstatt von Herbert Todt stammen.

Datenblatt eines gewölbten Modells

Bild: Datenblatt Hemosch Quelle: HR

GERMAN CARVE – MODELL

HERRNSDORF – Elektro Artist

Bilder vom Korpusinneren

Weitere Infos: http://schlaggitarren.de/archtop/restauration-einer-herrnsdorf-elektro-artist-von-todt/

Dieses Modell wurde von Herbert Todt speziell für Herrnsdorf gebaut und ist bezüglich Qualität und Ausführung noch etwas höherwertiger als die gewölbte Variante.

Die Korpusform ist, bei gleicher Grösse, am unteren Bug abgeflacht. Decke und Boden sind in German Carve ausgeführt und die Zargenhöhe ist etwas größer. Die gesamte Dicke (Zargenhöhe + Wölbung von Decke und Boden) ist mit 9,5cm um 1cm stärker als beim gewölbten Modell.

Weitere Merkmale sind die beiden Querbalken unter der Decke, die eingelegten Zierstreifen in der Zarge und der große Radius am Cutaway-Ende zur Halsanbindung.

Das opulente Binding von Decke und Boden ist wie bei LANG 9-fach.

Der Schriftzug für die Modellbezeichnung befindet sich auf Korpus, Kopfplatte oder Schlagbrett.

Der PU ist versteckt im Halsende untergebracht, während die Stecker für die elektrische Abnahme in den Halsfuß integriert sind. Die Regelpotis befinden sich auf der Schlagbrettunterseite; somit gibt es keine Beschädigungen am Korpus durch den Einbau der Elektrik.

HERRNSDORF – Variante 1

Dass es dieses Modell bei Herrnsdorf auch mit einer etwas anderen Korpus-und Schalllochform, ohne Radius am Cutaway und ohne Zierstreifen an der Zarge gibt, legt die Vermutung nahe, dass die Entwicklung des Modells Elektro Artist stufenweise stattgefunden hat.

HERRNSDORF – Variante 2

Gleicher Korpus und Hals wie bei der Elektro Artist, aber mit tropfenförmigen, nach außen geschwungenen Schalllöchern, wie sie in dieser Eleganz nur noch bei den FAVORIT-Modellen von Heinz Seifert zu finden sind..

“ A long way from home“

Charles Dain Hornbecks Lang

Over the past week I have made some amazing discoveries about my guitar. Until just 10 minutes ago when I found your website I thought that I may never find any more information on my guitar. I had been under the assumption that this was made by Edgar Monch. I discovered the website of Edgar’s Monch’s nephew who I have emailed with description and photos of my archtop. He replied 2 days later saying that he was very curious about the axe so he asked the wife of the late Edgar if he had ever built an archtop to which she said no. [paste of email from Kolya]

Hello, Was rather intrigued by your mail with photos of your alleged Edgar Mönch archtop guitar. As Mönch was my uncle and both of us luthiers

I probably know more about his life and work than most people. Just to corroberate my opinion on this guitar I phoned his wife who agreed with me; that is to say Mönch never built a steelstring let alone archtop guitar in his life. Which means that this guitar was built by someone else who fitted it with the Mönch label which was no doubt pilfered from a classical guitar of his which was perhaps beyond repair. Also, Mönch would never have penned in  „GERMANY“ on his label, especially in such a sloppy fashion. Other than that, the guitar looks quite lovely and in good condition . Hope it also sounds good.

 Wish you well,  Kolya

„Lang Flattop? Ich bin platt!“

Dies ist keine Lang-Gitarren-Geschichte, dies ist nur der Beginn der Geschichte und alle, die dies lesen, sind eingeladen, mit Geschichte zu schreiben:
Dies ist die erste Lang Flattop, die mir je vor Augen kam. Vielen wird es ähnlich gehen, aber ich habe ein kleines, feines Privileg: Sie gehört jetzt mir.
Entdeckt habe ich sie Anfang Februar 2005 in der Rubrik „akustische Gitarren“ bei eBay Deutschland. Zweihundertundetliche Euro und eine Fahrt durch den Schnee von Wien nach Köln später gehörte sie mir.
Jetzt rätsle ich gemeinsam mit dem sehr kompetenten und engagierten Wiener Gitarrenbauer Andreas Neubauer, wie sie wohl ursprünglich aussah: Offene Mechaniken? Oder ist das ein sehr spätes Modell, bei dem die ölgelagerten Tuner original dazu gehören? Und: Wie sah wohl die Brücke aus?

Hm – wir machen jetzt mal den Ede Zimmermann: „Die GiPO Wien (=Gitarren Polier Organisation) ersucht Sie um sachdienliche Hinweise: Wer kennt diese Gitarre? Wer hat ein Foto von dieser oder einer ähnlichen Gitarre? Wer hat Erinnerungen daran, wie diese Gitarre original aussah? Wer kennt ähnliche Lang Gitarren-Modelle?“ Sachdienliche Hinweise bitte an
michael.lynn@chelo.at!“

Im Ernst: Hat wer einen Tip? Dann ist Michael Lynn dankbar für jeden Hinweis, jede Erinnerung und jedes vielleicht noch irgendwo vorhandene Foto dieser oder einer ähnlich aussehenden Lang!
Wie die Geschichte weiter geht, wird nach geglückter Restaurierung hier verraten und ausführlich fotografisch dokumentiert!

„Archtop Germany“

Als ich nach Gründung von Archtop-Germany ( www.archtop-germany.de ), wo es um die aktuelle Archtop-Szene in Deutschland geht, nach weiteren Punkten zur Abrundung des Themas suchte, beschloss ich, den Bereich der aktuellen Archtop-Hersteller um eine Vintage-Abteilung zu erweitern.

Bei meinen Recherchen hierfür tauchte auch der Name „Lang“, den ich vorher noch nie registriert hatte, auf. Die Informationen auf dieser Webseite (Tats Ohisa, Japan) schienen mir erst einmal etwas übertrieben. Bei gezielter Suche nach dem Suchwort „Artur Lang“ tauchten dann auch nur wenige Quellen auf, die aussagekräftig sind, aber alle sind entsprechend „euphorisch“: Neben der Seite von Tats Ohisa sind dies eben die, auf der wir uns jetzt gerade befinden, die Webseite von Guitarjoe sowie schönes Bildmaterial auf der Webseite des Musikkellers von Norbert Schnepel. Mehr gibt es eigentlich nicht dazu.

Etwas stutzig hat mich das schon gemacht: Warum sind Gitarren, die „angeblich“ so gut sind, so wenig bekannt? Ich selbst hatte mich ja auch schon sehr lange mit Archtops beschäftigt, allerdings nicht speziell mit German Vintages. Da ich erst einmal genug zu tun hatte, habe ich das Thema „Lang“ erst einmal beiseite gelegt. Bei einem ausführlichen Telefonat mit dem Gitarrenbaumeister Johannes Striebel kam er u.a. auch auf das Thema „Lang“ zu sprechen. Er ist u.a. auch auf die Restaurierung dieser Gitarren spezialisiert. Als ich ihn fragte, was denn so besonderes an Lang Gitarren sei, fragte er nur zurück, ob ich schon mal eine gespielt hätte, was ich natürlich verneinen musste. „Wenn ich noch einmal eine ‚rein bekomme, sage ich dir Bescheid“ war sein Kommentar dazu. Dies hat natürlich meine Neugier weiter angestachelt.

Also wartete ich auf eine Gelegenheit eines dieser seltenen Exemplare einmal spielen zu können. Nachfragen nach möglichen Verkäufen von Lang-Gitarren wurden erst einmal negativ beschieden. Zudem kursierte ein Gerücht über eine Lang-Archtop, die in den USA von Studio zu Studio gereicht werden soll…

In einem Telefonat mit Norbert Schnepel vom Musikkeller Dorsten kam ebenfalls, auch eher zufällig, das Thema auf. Als ich auch ihm gegenüber zugeben musste, dass ich noch keine Gelegenheit hatte, eine Lang zu spielen, versprach er mir, Eine in den nächsten Tagen per Post zum Testen zuzuschicken, ich müsse nur den Transport bezahlen, falls ich sie nicht behalten wolle.

Drei Tage später hielt ich das gute Stück in Händen. Um es kurz zu machen, Ansprache, Transparenz und Klang der Gitarre sind wunderbar, ich verstand nun die euphorischen Kommentare zu diesen Gitarren. Es handelt sich im übrigen um eine „Top-of-the-Line Lang“ (gravierte Neusilberplatte, 7-teilger Hals, 8-lagiges Binding). Ich wurde mit Norbert Schnepel schnell handelseinig und so hat meine Super 400 eine würdige „Schwester“ bekommen.

Test- und Spielbericht dieser Gitarre findet sich in Archtop-Germany

( http://www.archtop-germany.de/-Hersteller/-Testberichte/-testberichte.html ). Andreas Polte

Theo Scharpachs „Vienna Sunset“

Schon vor einiger Zeit verirrte sich der bekannte Gitarrenbauer Theo Scharpach auf meine Site. Er baute unter anderem als einziger Europäer eine Jazzgitarre für Scott Chinery den bekannten Archtop-Lover und seine „Blue Guitar Collection“. Desweiteren spielen Weltbekannte Spieler wie Uwe Gropinski, Michael Langer und Steve Howe seine Kunstwerke. Umso überraschter war ich als er mir schrieb, dass er seinerzeit, das Holzlager von Adele Lang aufkaufte und nun aus den vorgefertigten Decken  neue Meisterwerke schafft.   Hier sein Bericht. Für nähere Informationen bitte unten klicken.   https://www.scharpach.com/archtop/  
I started to use topplates that I had bought from the widow of A. Lang. This old stock I must have bought more then 15 years ago. Lang was a well-known German guitarmaker living in Garmisch Partenkirchen, Germany and died in 1975.   Although some of the woods may have minor visual failures, it is acoustically far-out superior. The roughly pre-cut tops do sound like a bell. I estimate that they have been stored to dry in the workshop of Lang for more the 40 years. The wood itself would therefore surely be more then 250 years old. In the time Lang bought his wood, the supply of high quality was no problem.   For the first time I am using a bicolour partial gold-plated titanium tailpiece that is originally designed by me and only available on Scharpach Archtops. I found out that a massive metal tailpiece does a much better acoustic job then an ebony tailpiece. Even the wheel and thread in the adjustable bridge are made of titanium for reducing weight and a faster response time of the bridge.   The guitar has a powerful and well-balanced acoustic sound and is very easy to play. It produces just enough bass and strong fat punchy trebles, still with rich harmonics. The guitar does not have this midrange sound that sometimes is typical for Archtops, nevertheless is still cuts through.   The colour of this Archtop, I call Vienna Sunset, has not the reds as you get from a Sunburst. To me this traditional colour is very appealing, showing many fine graduations of coloured shades.

Für`n Appel und n`Ei

Meine Lang-Gitarre habe ich auf dem Flohmarkt in Hersbruck nahe Nürnberg erstanden – ziemlich verstaubt, verdreckt. Ich bin selbst Musiker und Gitarrist, daher hat mir dieses Stück auf Anhieb gefallen – auch wenn ich bis dato nichts von einer Lang-Gitarre gehört hatte. Doch der Klang dieser Gitarre hatte mich fasziniert und so erstand ich sie für’n Appel und ’n Ei und brachte sie dann zu einem Gitarrenbauer bei uns in der Nähe.

Meine Freundin hatte natürlich wie immer was dagegen, wenn ich mir eine Gitarre kaufe – sie ist jetzt schon meine Vierte – aber von allen meinen Gitarren ist diese das Glanzstück. Kurz vor Weihnachten habe ich sie dann restauriert mit neuer Mechanik, neuen Saiten und einem Tonabnehmer bei ihm abgeholt und ich bin begeistert.

So, jetzt noch ein paar Aufnahmen dieses Prachtstückes – ich weiß allerdings nicht aus welchem Jahr sie stammt.

Wenn du vielleicht nähere Infos hast, bitte ich dich, sie mir doch zukommen zu lassen. Viele Grüße aus dem Frankenland

Prämus

Dass Meister Lang eine geringe Stückzahl seiner Gitarren unter der Zweitmarke „Prämus“ an ein Frankfurter Musikhaus verkaufte, war mir beim Kauf dieser Gitarre nicht bewusst. Mehr durch Zufall stolperte ich beim Stöbern im eBay darüber. „Jazz-Gitarre alt aus Familienbesitz zu versteigern“ hieß es da. Laut Besitzer stammte die Gitarre von einem Onkel, der gestorben sei, die Gitarre aber bis zuletzt nutzte. Anscheinend haben damals schon mehrere Bieter versucht, die Gitarre vor dem eigentlichen Auktionsende herauszukaufen. Elke und Harald, die Verkäufer, hatten aber nicht so richtig Lust, dass die Gitarre in irgendwelche Hände gelangt, die nur Geld damit verdienen möchten.

So fuhr ich also kurzentschlossen 150 km nach Saarbrücken, um mir das gute Stück anzuschauen. Die Sympathie war den beiden dann wichtiger als Geld, und so erwarb ich die Prämus für 650 Euro incl. original Koffer. Leider lösen sich die Bindings um die Schallöcher und am Korpus sind die Bünde fertig. Der Hals ist krumm, Kopfplatte war mal gebrochen und auch der Saitenhalter scheint mir trotz der Zweitmarkenvariante nicht der Richtige zu sein. So ging die Lang bereits im November 2003 zum Gitarrenbauer. Dieser sucht übrigens immer noch vergebens das dicke Aussenbinding in elfenbein bzw. creme. Wenn jemand weiß, wo man die original dicke Qualität noch erstehen kann, gebt mir Bescheid. Und falls irgendwo noch ein Saitenhalter rumfliegt…

Nach und nach, werde ich die Bilder der Restauration nachreichen.

Gruß Michael

ArturLang Non-Cutaway

Es war an einem Montag als mich Mani anrief und mir von einer Lang- Gitarre erzählte, welche im Keller seines Freundes Gunter schlummerte. Da Mani eine schlaflose Nacht hatte, stöberte er etwas im Internet herum. Und als Gitarrenliebhaber und Musiker hatte er auch wohl die richtige Seite (nämlich diese) angeklickt und meinen Eintrag im Gästebuch gelesen. Darin schrieb ich dass ich „so ein Schätzchen“ (Lang- Gitarre) leider nicht besitze, jedoch meine Begeisterung für diese Homepage und die Gitarren äußerte. Immerhin ist es schon einige Jahre her als ich Mani einmal bei einer Session traf. Somit für mich eine umso größere Ehre, dass er sich gleich bemühte mich mit der Lang- Gitarre zu verbinden! Nun hatte ich in der Zwischenzeit zwar immer noch keine Lang- Gitarre gefunden, jedoch mit einer anderen „schönen Blonden“ meinen „Fuhrpark“ (ich bin kein reiner Sammler sondern in erster Linie Gitarrist) erweitert. Ich fuhr natürlich zu Gunter und testete die Lang ausgiebig. Es war auch gleich klar dass dies nicht irgendeine Gebrauchte ist. Die filigranen F- Löcher, natürlich die Decke und der traumhafte Hals. Obwohl für mich anfänglich etwas ungewohnt schmal. Ja und vor allem, der Klang…..! Erstaunlich ist auch noch der gute Zustand, denn so einige Jährchen muss sie ja auch schon auf der Decke haben! Gut, man sieht schon, dass sie nicht gerade aus dem Laden kommt. Aber wir bekommen ja mit 40 auch mal langsam graue Haare und das eine oder andere Fältchen, oder? Das muss so sein! That’s Vintage!

Aber Dich gibt`s nur einmal für mich…

Aber Dich gibt`s nur einmal für mich…

Meine Gitarrenleidenschaft hat angefangen durch eine alte Framus-Riviera Schlaggitarre, die meine Freundin vor ca. 15 Jahren in Paris beim Sperrmüll fand. Nach und nach sind mittlerweile noch ca. 20 Gitarren (alles Jazz-, Schlaggitarren und halbakustische Gitarren aus deutscher Produktion) hinzugekommen. Eines meiner schönsten Stücke ist die hier vorgestellte Artur-Lang-Gitarre. Ich besitze sie seit 3 Jahren und sie ist seitdem auch das Instrument was von mir am häufigsten gespielt wird. Der Vorbesitzer, ein älterer Herr aus der Nähe von Frankfurt, hat diese Gitarre damals von seinem Schwager, dem Schlagersänger „Patrizius“ (bekanntester Song „Aber Dich gibt´s nur einmal für mich“) geschenkt bekommen. Als ich die Gitarre kaufte, war sie mit einem Tonabnehmersystem von Schaller ausgestattet, welches ich durch einen DeArmond Jazzpickup ausgetauscht habe. Der Zustand des Instruments ist hervorragend, bis auf ein paar Gürtelschnallenkratzer auf der Rückseite, ist die Gitarre fast wie im Auslieferungszustand. Das einzige Manko ist das fehlende Schlagbrett (ich bin für jedes Angebot und jeden Hinweis, wo man eines bekommen kann, dankbar).

Stefan Müller